Turnergruß

Turnergruß „Gut Heil !“ seine Bedeutung, Geschichte und Entwicklung.

 

Veröffentlichung

Diese Zeilen wurden vom ÖTB-TV Neulengbach 1888 in den Turnernachrichten 2016/4 veröffentlicht. 

Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers Christian Stangl-Brachnik.

 

Gut Heil, liebe Turngeschwister!

Diesmal möchte ich ganz bewusst mit unserem Turnergruß beginnen, da mir wieder einmal klar wurde, dass etwas, das mir ganz selbstverständlich geworden ist, anderen, wie zum Beispiel neuen oder jungen Mitgliedern, nicht unbedingt so selbstverständlich sein muss. Daher habe ich mich entschlossen, diesmal ein wenig über die Bedeutung, Geschichte und Entwicklung unseres Turnergrußes zu schreiben.

Der Begriff „Gut Heil“ als wohlmeinender Gruß und Glückwunsch ist bereits seit der höfischen Kultur des Mittelalters bis zu unserer Zeit in Gebrauch. Er findet seinen Niederschlag in Schriften des Mittelhoch-deutschen über die Schriften Kants, Schillers und Goethes bis hin zu Mozarts, und Beethovens Opern. Der Ausdruck Heil oder Heile ist in Regionen Tirols noch immer Bestandteil des täglichen Sprachgebrauches.

1817 wurde der alte Gruß „Gut Heil!“ von Friedrich Ludwig Jahn als Turnergruß aufgegriffen und hat sich am Heilbronner Turnfest 1846 noch einmal entgegen den anderen Vorschlägen „Heil Auf“ und „Frisch Auf“, endgültig als Turnergruß durchgesetzt.

Also gut, das wissen wir nun, es gibt ihn seit 1817, den Turnergruß. Aber was bedeutet dieser für uns Turner damals, heute und in Zukunft? Ich möchte an dieser Stelle eine Deutung versuchen. Mit dem Guten und Heil(ig)en hat man stets etwas bedacht, das einem besonders am Herzen lag.

So galt das „Gut Heil“ dem Vaterland, den geliebten Menschen und den Menschen mit denen man sich in besonderer Weise verbunden fühlte. Sei diese Verbundenheit nun durch gemeinsame Kultur, Aufgabe, oder gemeinsames Interesse begründet. In jedem Fall ist es wie auch "Berg Heil" oder "Ski Heil" ein Wunsch, dass Gutes gelingen möge. „Gut Heil“ ist also ein Gruß, der an Kraft und Ausdruck guten Wollens im Sinne der Gemeinschaft und Verbundenheit in unserer Sprache seines Gleichen sucht.

Mir ist keine noch so zeitgeistlich angehauchte Grußformel untergekommen, welche dem „Gut Heil“ auch nur ansatzweise gleichkommt. Ich meine, dass dies Grund genug ist jetzt und in Zukunft daran fest zu halten und unseren Turnergruß mit Überzeugung zu verwenden.

Ich hoffe damit etwas zu Eurer persönlichen Deutung unseres Turnergrußes beigetragen zu haben.

Es ist mir eine Freude, liebe Turngeschwister, Euch im Sinne meiner Verbundenheit und besonderen Wertschätzung auch zum Abschluss meiner Worte ein herzliches „Gut Heil!“ zu wünschen.

 

ÖTB TV Spitz

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